04
Aug

Eine Bühne, 14 Bands und viel Gschroa unterm Kofel

Das großartige Heimatsound-Festival fand heuer zum zweiten Mal statt und füllte das Passionstheater in Oberammergau mit 6 000 Besuchern. Wir waren dort und blicken auf zwei musikalisch und meteorologisch bunte Tage zurück. Und auf einen Regenbogen.

Oberammergau, ein Dorf mit 5 000 Seelen, das für seine Passionsspiele und für seine Holzschnitzkunst bekannt ist, könnte in den nächsten Jahren einen spürbaren Imagewechsel erfahren. Denn seit letztem Jahr findet hier – weder still noch heimlich – ein Festival für neue Volksmusik statt. Für authentische und populäre Musik aus der Region, wie es heißt.

Dexico sorgten am Freitag für einen furiosen Auftakt gefolgt vom Keller Steff mit Band. Danach hörten wir von den Lokalisten Kofelgschroa, wo die Wäsche trocknet, bevor die unglaublich groovigen Dreiviertelblut einen musikalischen Deifedanz aufführten. Django 3000 machten sich mit uns auf in die wuide weide Welt, wo Shantel und sein Bucovina Club Orkestar um Mitternacht noch eins drauf setzten.

Der Samstag startete mit Gewitter-Schauern, was weder der Stimmung noch dem Zeltplatz Abbruch tat. Am Nachmittag verzauberten uns die drei Grazien von Ganes aus Südtirol und die famosen Coconami mit Ukulele und Waschbrett. Die jungen gesangs- und bewegungswütigen Exklusive aus München gaben danach alles um ihr Publikum zum Hüpfen zu bringen.

Welch willkommener Anti-Held war dann Der Nino aus Wien! Der liebenswürdig verplante Sänger amüsierte die Bayern mit seiner „laschen“ Wiener Art und gestand, die Basstrommel zuhause gelassen zu haben. Sie hatte keinen Platz mehr im Auto! Die Band musste sich kurzerhand eine von der nachfolgende Goldkehle Jesper Munk ausborgen.

Seinen krönenden Abschluss erlebte das ausverkaufte Festival mit HMBC aus Vorarlberg. Der holstuonarmusigbigbandclub besteht aus fünf witzigen Typen, von denen jeder mindestens drei Instrumente nicht nur beherrscht, sondern virtuos spielt und das in alle Richtungen. Ein Ohrenschmaus!

Wenn die Organisatoren die „schwierige“ Akustik vor Ort noch in den Griff bekommen sodass wir auch die Liedtexte abseits des Refrains verstehen, ein klares Must Go für 2015!

www.passionstheater.de/heimatsoundfestival

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